Zeittafel der Judenverfolgung

 

1933

 

 

 

Jahresanfang:

In Deutschland leben gut 500.000 Juden (0,76% der Gesamtbevölkerung). In Langen sind es 80.

 

30. Januar:

Adolf Hitler wird Reichskanzler.

 

März:

Erste Verhaftungen von Juden werden vorgenommen.

 

1. April:

Es wird zum Boykott jüdischer Geschäfte, Arzt- und Anwaltspraxen aufgerufen.

 

7. April:

Beamte „nicht-arischer“ Abstammung mit Ausnahme
ehemaliger Frontkämpfer werden entlassen.

 

 

 

1934

 

 

 

11. Januar:

Juden dürfen nur noch in Ausnahmefällen promovieren.

 

 

 

1935

 

 

 

Jahresanfang:

Überall in Deutschland werden judenfeindliche Schilder angebracht.

 

21. Mai:

Juden dürfen nicht mehr Offiziere werden.

 

25. Juli:

Juden werden nicht mehr zum Wehrdienst einberufen („wehrunwürdig“).

 

15. September:

NÜRNBERGER GESETZE

„Reichsbürgergesetz“:

Juden werden die staatsbürger­lichen Rechte entzogen.

„Blutschutzgesetz“:

Eheschließungen und sexuellen Beziehungen zwischen Juden und Personen „deutschen oder artverwandten Blutes“ werden verboten.

 

14. November:

Alle verbliebenen Beamten jüdischer Herkunft werden entlassen.

 

 

 

1938

 

 

 

26. April:

Juden müssen ihr Vermögen anmelden.

 

15. Juni:

Im Rahmen der „Asozialen-Aktion“ werden etwa 1.500 vorbestrafte Juden verhaftet.

 

25. Juli:

Berufsverbot für jüdische Ärzte

 

27. September:

Berufsverbot für jüdische Rechtsanwälte

 

5. Oktober:

Reisepässe von Juden werden eingezogen und durch ein eingestempeltes rotes „J“ gekennzeichnet.

 

9.-11. November:

REICHSPOGROMNACHT
Fast alle Synagogen werden zerstört, 96 Juden werden ermordet, 26.000 in Konzentrationslager eingeliefert.

 

12. November:

Die deutschen Juden müssen als „Sühneleistung“ für die Ermordung des Gesandten vom Rath eine Milliarde Reichsmark bezahlen. Sie werden ferner verpflichtet, die von den Nationalsozialisten während des Pogroms angerichteten Schäden zu ersetzen.

Der Besuch von Theatern, Kinos, Konzerten, Bade­anstalten wird für Juden verboten.

 

25. November:

Jüdische Kinder dürfen keine öffentlichen Schulen mehr besuchen.

 

3. Dezember:

Die Führerscheine jüdischer Bürger werden eingezogen.

 

8. Dezember:

Jüdische Studenten werden von den Hochschulen verwiesen.

 

 

 

1939

 

 

 

1. Januar:

Juden müssen die zusätzlichen Zwangs-Vornamen Sara bzw. Israel tragen.

 

17. Januar:

Berufsverbot für Zahnärzte, Apotheker, Krankenpfleger u.ä.

 

30. Januar:

Hitler kündigt im Reichstag die „Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa“ an, falls ein neuer Weltkrieg ausbrechen sollte.

 

21. Februar:

Juden müssen sämtliche Gegenstände aus Gold, Silber, Platin sowie Edelsteine und Perlen abgeben.

 

1. September:

ÜBERFALL AUF POLEN

Für Juden wird eine nächtliche Ausgangssperre verhängt.

 

23. September:

Juden müssen ihre Rundfunkgeräte abliefern – der Ablieferungstag ist der höchste jüdische Feiertag.

 

 

 

1940

 

 

 

6. Februar:

Juden erhalten keine Kleiderkarten mehr.

 

12./13. Februar:

Beginn der Massendeportationen von deutschen Juden

 

4. Juli:

Juden dürfen nur noch zwischen 16 und 17 Uhr Lebens­mittel einkaufen.

 

29. Juli:

Juden werden die Fernsprechanschlüsse gekündigt.

 

 

 

1941

 

 

 

7. März:

Für Juden wird die Verpflichtung zur Zwangsarbeit eingeführt.

 

13. September:

Juden dürfen öffentliche Verkehrsmittel nur noch auf dem Weg zur Arbeitsstelle benutzen.

 

19. September:

 

Alle Juden ab dem vollendeten 6. Lebensjahr müssen den gelben Stern („Judenstern“) tragen, er muss auf der linken Brustseite des Kleidungsstücks fest angenäht und gut sichtbar sein.

 

25. November:

Juden, die deportiert werden, wird die deutsche Staats­angehörigkeit entzogen, ihr Vermögens wird eingezogen.

 

21. Dezember:

Juden dürfen keine öffentlichen Fernsprecher mehr benutzen.

 

 

 

1942

 

 

 

10. Januar:

Juden müssen Pelz- und Wollsachen abliefern.

 

20. Januar:

WANNSEE-KONFERENZ
Die Deportation und Ausrottung des europäischen Judentums wird detailliert geplant.

 

Januar:

Beginn der Massenvernichtung in Auschwitz-Birkenau

 

17. Februar:

Juden dürfen keine Zeitungen und Zeitschriften mehr kaufen.

 

26. März:

Wohnungen von Juden müssen mit dem gelben Stern gekennzeichnet werden.

 

22. April:

Juden dürfen keine „arischen“ Friseure mehr aufsuchen.

 

24. April:

Juden dürfen keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr benutzen.

 

15. Mai:

Juden müssen ihre Haustiere abliefern.

 

19. Juni:

Juden müssen elektrische und optische Geräte, Fahr­räder, Schreibmaschinen und Schallplatten abliefern.

 

20. Juni:

Jeglicher Unterricht von jüdischen Kindern wird verboten.

 

30. Juli:

Jüdische Kultgegenstände aus Edelmetall müssen abgeliefert werden.

 

9. Oktober:

Juden dürfen keine Bücher mehr kaufen.

 

19. Oktober:

Juden werden die Fleisch- und Milchmarken entzogen.

 

 

 

1943

 

 

 

1. Juli:

Juden werden unter Polizeirecht gestellt und damit völlig rechtlos.

 

 

 

1944

 

 

 

10. Oktober:

Jüdische „Mischlinge“ werden erfasst und in „Arbeits­erziehungslager“ und Konzentrationslager deportiert.

 

21. Oktober:

Es wird damit begonnen, die letzten Juden in Deutsch­land, die bisher wegen ihrer „arischen“ Ehepartner als geschützt galten, zu deportieren.

 

 

 

1945

 

 

 

8. Mai:

KAPITULATION UND BEFREIUNG DEUTSCHLANDS

Etwa 15.000 jüdische Bürger Deutschlands haben die Verfolgung überlebt. 180.000 deutsche Juden sind ermordet worden.
In ganz Europa wurden etwa 6 Millionen Juden ermordet.

 

   
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
   
   
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
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