EIN MENSCH IST ERST DANN VERGESSEN,
WENN SEIN NAME VERGESSEN IST.

(Jüdisches Sprichwort)

Ca. 50 Langener Bürger verloren durch die Nationalsozialisten ihr Leben. Sie wurden ermordet, weil sie Juden waren, weil sie behindert waren oder weil sie politische Gegner dieses unmenschlichen Regimes waren. Andere konnten fliehen und so ihr Leben retten. Sie verloren ihre Heimat, ihre Verwandten, Freunde und Bekannten, ihren Besitz. Auch sie sind Opfer des Nationalsozialismus.

Wir, die Gruppe "Stolpersteine für Langen – Initiative gegen das Vergessen", haben alle verfügbaren Informationen über jedes Langener Opfer des Nationalsozialismus zusammengetragen und zu einem Personen- oder Familienportrait zusammengefasst. Der Leser soll eine Vorstellung von der Person bekommen, die vor über 70 Jahren plötzlich aus ihrem bisherigen Alltag gerissen und den Repressalien der Nazis ausgesetzt war, die gedemütigt wurde, der man ihren Lebensunterhalt entzogen hat und die zur Flucht aus ihrer Heimat Deutschland gezwungen wurde. Und die man – wenn sie nicht  fliehen konnte – deportierte, in Konzentrationslagern einsperrte und schließlich ermordete.

Die meisten dieser Personen waren Juden. 130 000 deutsche Juden  fanden den Tod. 40 davon stammten aus Langen. Juden zählen für uns per se zu den Opfern des Nationalsozialismus, auch wenn sie ihr Leben retten konnten.

Eine noch immer unbekannte Zahl Menschen wurden Opfer dessen, was die Nazis „Euthanasie“ nannten. Es dürften ungefähr 10 Langener gewesen sein, die so ihren Tod fanden.

Es gibt keine Hinweise, dass Langener aus religiösen Gründen (Zeugen Jehovas etc.) in die Fänge der Nazis gerieten. Bekannt sind dagegen mindestens drei Opfer aus politischen Gründen: Walter Rietig, Wilhelm Burk und Adolf Helfmann. All die politischen Opfer, die „nur“ im Gefängnis saßen, ihre Arbeit verloren oder mit den Schlägertrupps der Nazis ungewollte Erfahrungen sammeln mussten, blieben unberücksichtigt. Es waren mehr, als man denkt.

Das Unrecht, das man all den Opfern zufügte, kann nicht mehr rückgängig gemacht oder „entschädigt“  werden. Wir können nur mithelfen, dass die Erinnerung an diese Menschen nicht stirbt und sich so etwas nie mehr wiederholt.

Zumindest ihr Name und ihr Schicksal sollen lebendig bleiben.

Sie können die Personendaten auf verschiedene Arten erreichen: