Vernichtungslager Sobibor

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Das Vernichtungslager Sobibor wurde 1942 im Rahmen der „Aktion Reinhardt“ in der Nähe des Dorfes Sobibor im östlichen Teil des Bezirkes Lublin/Polen errichtet. Die ersten Transporte mit polnischen, tschechischen und österreichischen Juden aus den Ghettos des Distrikts Lublin trafen Anfang Mai 1942 im Lager ein.

Ohne ihr Gepäck, das an der Eisenbahnrampe zurückgelassen werden musste, fanden sich die Gefangenen nach Geschlechtern getrennt in der Entkleidungsbaracke wieder, wo ihnen mitgeteilt wurde, dass sie nach dem Duschen in ein Arbeitslager überstellt würden. Geld und Wertsachen mussten sie an einer „Kasse“ abgeben werden, bevor sie die „Duschräume“ betraten. Dort wurden sie mit Kohlenmonoxid erstickt. Ein Arbeitskommando jüdischer Häftlinge musste den Leichen anschließend die Goldzähne herausbrechen, die Haare abschneiden und sie schließlich in Massengräber werfen. Die Häftlinge dieses Arbeitskommandos (Sonderkommandos) wurden als Mitwisser selbst bald ermordet und durch neue Häftlinge ersetzt.

Bis Juli 1942 wurden mindestens 77.000 Juden in den drei Gaskammern von Sobibor ermordet. Nach einer Pause wegen Reparaturarbeiten an den Bahngleisen wurde das Morden im Oktober 1942 in sechs neuen, insgesamt 1.300 Menschen fassenden Gaskammern fortgesetzt.

Im Juli 1943 sollte das Vernichtungslager in ein Konzentrationslager zur Sortierung erbeuteter Munition umgewandelt werden. Die Bauarbeiten hatten schon begonnen, als Häftlinge, die sich zu einer Widerstandsgruppe unter der Leitung von Leon Feldhendler, dem früheren Vorsitzenden des Judenrates im Ghetto Zolkiew, und Aleksander Pechersky, Jude und Offizier der Roten Armee, zusammengeschlossen hatten, am 14. Oktober einen Aufstand organisierten, bei dem etwa 50 von ihnen die Flucht gelang und zehn Deutsche getötet wurden. Alle übrigen Häftlinge wurden daraufhin ermordet und sämtliche Gebäude zerstört.

Im Vernichtungslager Sobibor sind 150.000 bis 250.000 Menschen, hauptsächlich Juden aus dem „Generalgouvernement“, der Slowakei, „dem Protektorat Böhmen und Mähren“, Österreich, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden ermordet worden.

Quellen:

  • LeMO: Lebendiges virtuelles Museum Online: Sobibor (http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/holocaust/sobibor/index.html)
  • Aktion Reinhard Camps: Sobibor (http://www.death-camps.org/sobibor/sobibor_de.html)