Konzentrationslager Majdanek

Auschwitz | Buchenwald | Hadamar | Izbica | Kaunas | Lodz | Majdanek | Osthoven | Raasiku | Sachsenhausen | Sobibor | Theresienstadt

Das Lager Majdanek wurde zeitgleich mit dem Lager Auschwitz im Herbst 1941nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion als "Kriegsgefangenenlager der Waffen-SS Lublin" im Lubliner Vorort Majdan Tatarski errichtet. Hier sollten zunächst 25.000 bis 50.000 Häftlinge untergebracht werden können, die in Werkstätten und bei Bauten der SS und der Polizei arbeiten sollten. Später sollte die Kapazität auf 250.000 Häftlinge erweitert werden. Aus Mangel an Arbeitskräften (im Januar/Februar 1942 standen die Bauarbeiten still, da sämtliche 2.000 dafür eingesetzte sowjetische Kriegsgefangene und 150 jüdische Zwangsarbeiter an Erschöpfung oder Flecktyphus gestorben waren) und Baumaterial kam es jedoch nie zu diesem Ausbau.

1942 wurden zunächst Juden aus der Region Lublin und aus den Ghettos von Warschau und Bialystok in das Lager gesperrt, später auch aus der Slowakei, Tschechien, Slowenien, der Sowjetunion, Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien und den Niederlanden. Im Februar 1943 wurde das Lager in „Konzentrationslager der Waffen SS Lublin“ umbenannt. Die Häftlinge waren Juden und polnische politische Häftlinge. Außerdem fungierte das Lager als Sammelstelle für die deportierte Landbevölkerung aus Polen und der Sowjetunion.

Majdanek war das zweitgrößte Konzentrationslager nach Auschwitz. Die Häftlinge arbeiteten in den „Deutschen Ausrüstungswerken“ (DAW) und den SS-Bekleidungswerken (Verarbeitung des Eigentums der ermordeten Juden für den Frontbedarf). Ab Oktober 1942 wurden nicht mehr arbeitsfähige Häftlinge in einer Gaskammer ermordet. (Zuvor hatte der 11 Kilometer von Majdanek entfernte Krepiec Wald als Exekutionsstätte gedient.) Am 3. (und 4.) November 1943 erschoss die SS aus Sorge vor Unruhen wie sie in Sobibor und Treblinka ausgebrochen waren im Rahmen der „Aktion Erntefest“ 17.000 bis 18.000 Häftlinge.

Beim Herannahen der Roten Armee im Juli 1944 wurden mehrere Hundert Häftlinge nach Auschwitz verlegt und die übrigen auf einen Todesmarsch geschickt. Die Lagerverwaltung vernichtete alle wichtigen Dokumente und brannte Teile des Lagers nieder. Die Gaskammern und die Mehrheit der Gefangenenbaracken blieben erhalten. Am. 23. Juli 1944 war Majdanek das erste Konzentrations- und Vernichtungslager, das von der Roten Armee befreit wurde.

Sichere Angaben über die Zahl der Opfer, die in Majdanek umkamen, liegen nicht vor. Früher war von über 200.000 Opfern aus mindestens 30 Ländern, darunter etwa 100.000 Juden, die Rede. Neuere Schätzungen gehen von 78.000, darunter 59.000 Juden, aus. Viele der Häftlinge starben an Krankheiten, Hunger und Erschöpfung, die übrigen wurden erschossen oder in den Gaskammern getötet.

Quellen:

  • LeMO: Lebendiges virtuelles Museum Online: Lublin-Majdanek (http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/holocaust/lublinmajdanek/index.html)
  • Aktion Reinhard Camps: Majdanek (http://www.death-camps.org/lublin/majdanek_d.html)
  • State Museum at Majdanek – The History of the Camp (http://www.majdanek.pl/articles.php?acid=45&mref=1)