Konzentrationslager Buchenwald

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Das Konzentrationslager Buchenwald wurde ab 1937 auf dem Ettersberg bei Weimar errichtet. Es war eines der größten Konzentrationslager innerhalb der deutschen Grenzen. Zu den Häftlingen gehörten zunächst hauptsächlich politische Gefangene, außerdem mehrfach Vorbestrafte, Zeugen Jehovas und Homosexuelle. Nach der Pogromnacht am 9. November 1938 wurden fast 10.000 Juden in einen abgetrennten Teil des Lagers, das Judenlager, gesperrt. Die SS setzte eine Lagerordnung (Blockälteste, Kapos u.m.) durch, welche die Häftlinge untereinander verfeinden sollte. Die Häftlinge mussten beim Lageraufbau mithelfen und im Steinbruch arbeiten. Ab 1942 arbeiteten die Häftlinge in über 130 Außenkommandos in der Rüstungsindustrie. 

Innerhalb des KZ Buchenwald gab es außer dem Judenlager weitere Abteilungen wie das „Kleine Lager“ und das „Sonderlager Fichtenhain“. Im Keller einer der SS-Kasernen waren Sondergefangene, u.a. Dietrich Bonhoeffer, interniert. In einer Isolierbaracke neben dem „Sonderlager Fichtenhain“ wurden nach dem 20. Juli 1944 Familienangehörige der am Attentat auf Hitler beteiligten Offiziere festgehalten.

Im Sommer 1941 kamen Hunderte der Häftlinge in den Euthanasie-Anstalten Sonnenstein und Bernburg und bei medizinischen Experimenten um. Ab Oktober 1942 wurden jüdische Häftlinge von Buchenwald nach Auschwitz deportiert. Ab April 1944 wurden umgekehrt Häftlinge aus Auschwitz-Birkenau (Juden, Sinti und Roma) zur Zwangsarbeit nach Buchenwald gebracht. Anfang 1945 wurden nach der Auflösung der Lager im Osten (Auschwitz, Groß-Rosen) weitere Tausende Häftlinge nach Buchenwald transportiert. Das Lager mit seinen 88 Außenlagern war mit 112.000 Insassen (Männer und Frauen, ein Drittel davon Juden) überfüllt und war damit das größte noch bestehende KZ.

Am Abend des 6. April 1945 befanden sich noch 47.500 Häftlinge im Stammlager (Hauptlager und Kleines Lager). 28.000 von ihnen wurden auf Todesmärsche Richtung Dachau, Flossenbürg und Theresienstadt geschickt, 12.000 bis 15.000 starben dabei. Am 11. April verließ die Lagerleitung Buchenwald. Im Laufe der Jahre hatte sich in Buchenwald eine illegale Organisation der politischen Gefangenen entwickelt, die Einfluss auf die Lagerverwaltung hatte gewinnen können und der es nun gelang, das Lager beim Herannahen der alliierten Truppen selbst zu befreien. Die amerikanische Truppen erreichten das Lager am selben Tag mit verbliebenen 21.000 Häftlingen.

Insgesamt waren von 1937 bis 1945 etwa 250.000 Menschen aus allen europäischen Ländern in Buchenwald inhaftiert. Schätzungsweise 56.000 von ihnen starben, darunter 11.000 Juden. Über 8.000 sowjetische Kriegsgefangene wurden von der SS unmittelbar nach ihrem Eintreffen im Lager in der Genickschussanlage ermordet. In der Nacht vom 17. auf den 18. August 1944 wurde der Reichstagsabgeordnete und KPD-Vorsitzende Ernst Thälmann auf Befehl Hitlers erschossen.

Quellen:

  • LeMO: Lebendiges virtuelles Museum Online: KZ Buchenwald (http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/holocaust/buchenwald/index.html)
  • Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora (http://www.buchenwald.de/)
  • Wikipedia-Artikel „KZ Buchenwald“ (http://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Buchenwald)