Chronik

Mina Strauß

Lerchgasse 8

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Von  Mina Strauß wissen wir nicht sehr viel. Sie war unverheiratet und hatte keine Kinder – es gibt also keine Eintragungen in den Standesamtsakten, sie hatte kein Geschäft und damit auch keine Geschäftsinserate,  sie ist nicht straffällig geworden, sie hat nicht überlebt und deshalb auch keine Entschädigungsakten – kurz: Sie hat kaum Spuren hinterlassen.

Was wir von ihr wissen:

Mina wurde am 7.12.1857 in Langen geboren. Sie war die Tochter von Hirsch Strauß und Zipora Strauß, geb. Regenstein, und das 9. Kind ihrer Eltern. Ihr Bruder war Herz Strauß, der Vater von Julius, der als Textilienhändler  sein Geschäft in der August-Bebel-Straße unterhielt (siehe Familienportrait von Julius Blum und Julius  Strauß). Sie war also die Tante von Julius Strauß, der damals in der Bahnstraße 4 wohnte.

   

1902, am 3. September, zog sie – alleine (?) – in die Obergasse 1. Sie war damals 45 Jahre alt. Warum sie als Alleinstehende nicht – wie damals üblich – bei den Eltern oder bei Geschwistern wohnte, wissen wir nicht. Auch ist unbekannt, womit sie ihren Lebensunterhalt verdiente.

Am 19.10.1912 wohnte sie in der Ludwigstraße 21 bei Brehm, danach in der Lerchgasse 8 bei Pfannemüller.


1938, nach der Pogromnacht, zieht auch Mina aus Langen weg. Am 2.12.1938 meldet sie sich nach  Frankfurt-Bornheim in den Bäckerweg 28 ab.

1941, am 19. September, begeht die 83-jährige Mina Freitod, vermutlich, um der drohenden Deportation zu entgehen.

 

 

Lerchgasse 8